Wenn uns die Geschichte der Basilica de la Mercè und die Tradition der Mercendarier etwas vermitteln, dann ist das ein besonderes Augenmerk auf die „Sünder“ aller Art. Schon allein dadurch, dass sich dies in der Botschaft und dem Werk von Petrus von Nolascus und Maria de Cervellón widerspiegelt, wird in uns der noch aktuelle Wunsch wieder aufkeimen, den die Jungfrau hegt, um den Bedürftigsten Ihr Mitgefühl entgegenzubringen.

Die Barmherzigkeit sollte den Mittelpunkt unseres pastoralen Lebens in der Basilika darstellen. Die Präsenz der Gemeinschaft “Los hermanitos del cordero”, die seit vielen Jahren unter uns weilt, sowie die Mühe, die die Bruderschaft der Jungfrau Mercé den weniger Glücklichen der Gegend entgegenbringt, sind kein Zufall.

Wie der Papst bestätigt: „Die Stadt erzeugt eine Art ständiger Ambivalenz. Während sie nämlich ihren Bürgern unendlich viele Möglichkeiten bietet, erscheinen auch zahlreiche Schwierigkeiten für die volle Lebensentfaltung vieler. Dieser Widerspruch verursacht erschütterndes Leiden. In vielen Teilen der Welt sind die Städte Schauplatz von Massenprotesten, in denen Tausende von Bewohnern Freiheit, Beteiligung und Gerechtigkeit fordern sowie verschiedene Ansprüche geltend machen, die, wenn sie nicht auf ein angemessenes Verständnis stoßen, nicht zum Schweigen gebracht werden können.“

„Wir dürfen nicht übersehen, dass sich in den Städten der Drogen- und Menschenhandel, der Missbrauch und die Ausbeutung Minderjähriger, die Preisgabe Alter und Kranker sowie verschiedene Formen von Korruption und Kriminalität leicht vermehren. Zugleich verwandelt sich das, was ein kostbarer Raum der Begegnung und der Solidarität sein könnte, häufig in einen Ort der Flucht und des gegenseitigen Misstrauens. Häuser und Quartiere werden mehr zur Absonderung und zum Schutz als zur Verbindung und zur Eingliederung gebaut. Die Verkündigung des Evangeliums wird eine Grundlage sein, um in diesen Zusammenhängen die Würde des menschlichen Lebens wiederherzustellen, denn Jesus möchte in den Städten Liebe in Fülle verbreiten.“

Nun lernen wir diese „ständige Ambivalenz“ kennen, die Elend und Ausschluss hervorruft, und es ist gut, dass sie auch unsere Mutter der Barmherzigkeit kennt! Hier werden Sie verschiedene Arten kennenlernen, um sich im Angesicht der Sünder heutzutage an Ihrer Reinigungsarbeit zu beteiligen.

Wir möchten die Armen evangelisieren, jedoch müssen auch wir uns für sie evangelisieren lassen, denn sie sollen sich in Brüder und Mitwirkende unserer Gemeinschaft verwandeln.